Chorreise nach Malta

Chorreise mit Uraufführung und Staatsempfang

Der Polizeichor Frankfurt am Main ist einer der leistungsstärksten Chöre Frankfurts. Konzertveranstaltungen mit sinfonischem Orchester in der Alten Oper Frankfurt, der Jahrhunderthalle, dem Congress Center Messe Frankfurt und dem Kaiserdom finden mehrmals jährlich statt. Man verzeichnet hierbei regelmäßig Besucherzahlen von über 2000 Personen, beim Weihnachtskonzert sogar bis zu ca. 4000 Besucher. Im Chorverein mit insgesamt ca. 130 aktiven Sängern und Sängerinnen existieren mehrere Formationen. Mit dreien begab man sich im Herbst 2004 (16.-28.10) auf eine Konzert- und Kulturreise. Aktive und passive Mitreisende ergaben eine Reisegesellschaft von über 300 Personen, zu deren Beförderung der Polizeichor Frankfurt am Main eigens ein Kreuzfahrtschiff gechartert hatte. Stationen der Reise waren Venedig, Dubrovnik, Athen, Istanbul, Korfu, Mykonos, Santorin, Valletta, Taormina, Neapel und Livorno.

Von den Gesangsformationen des Polizeichores Frankfurt am Main waren mit von der Partie: der Männerchor, der Frauenchor und „Die Preußen“. Die Preußen sind ein Auswahlchor aus dem Gesamtmännerchor, der den Spitznamen „Die Preußen“ hat, da die Sänger zu repräsentativen Zwecken über mehrer Outfits verfügen, unter anderem über historische Polizeiuniformen aus der Zeit von Kaiser Willhelm (mit Säbel und Pickelhaube). Bei dieser Konzertreise blieben jedoch die Showuniformen daheim im Schrank, denn vornehmlich geistliche Konzerte standen auf dem Programm der Tournee, die mit einem Open-Air-Konzert in Dubrovnik begann. Speziell für das zweite Konzert, das in Istanbul stattfand, hatte Chorleiter Dominik Heinz eine Vertonung des Wandrers Nachtlied („Der du von dem Himmel bist“) von Johann Wolfgang von Goethe für vierstimmigen Männerchor a capella komponiert. Dieses kam mit großem Erfolg und vom Preußen-Chor hervorragend vorgetragen zur Uraufführung. Natürlich gab es auch für die Mitreisenden mehrere Konzerte an Board des Luxusliners: dabei sangen die verschiedenen Chorgruppen an unterschiedlichen Abenden jeweils gut eine Stunde. Vorgetragen wurde dabei unter anderem Verdi’s Banditenchor aus Ernani und der Gefangenenchor aus Nabucco, ferner Operettenmelodien, z.B.  „Im Feuerstrom der Reben“ von Johann Strauß. Die Preußen mit Dominik Heinz am Klavier sangen unter anderem Commedian Harmonists Titel, während der Frauenchor mit volkstümlicher a capella Literatur glänzte: „Über meiner Heimat Frühling“, „Da unten im Tale“, etc. Es war für jeden Geschmack etwas dabei.

Bei den Kirchenkonzerten an Land sang unter der Leitung von Dominik Heinz der Frauenchor „Erhaben, o Herr“ von M. Bender und „Gott hat mir längst einen Engel gesandt.“ Der Männerchor bot unter anderem Schuberts „Deutsche Messe“ und das „Sancta Maria“ von Johannes Schweitzer dar, während sich die Preußen ausschließlich Literatur zeitgenössischer Komponisten annahmen. Besonderen Erfolg hatten die Preußen mit dem Titel „Signore delle cime“ von Giuseppe de Marzi: Chorleiter Dominik Heinz sang mit seiner ausgebildeten Baritonstimme das Solo in der zweiten Strophe selbst, während er zum Publikum gewandt, also mit dem Rücken zum Chor, locker aus dem Handgelenk den Takt für die Summstimmen schlug. Als Zugabe gab man das allseits beliebte „Herr deine Güte“ von A.E. Grell im Männerchorsatz von Jakob Christ.

Das für den Polizeichor bedeutendste Konzert der Reise fand in der St. Pauls Anglican Cathedral auf Malta statt, da Bürgermeister, Polizeichef, Stadträte und alle politisch bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt Valletta bei dem Konzert in einer der schönsten Kirchen des Landes nicht nur beiwohnten, sondern im Anschluss einen Staatsempfang mit Sekt und Kanapees für die Mitwirkenden gaben. Danach unter freiem Himmel traten eine Marching Band und ein Drill-Kommando der Stadt zu Ehren der deutschen Gäste auf. Sie boten ein ca. sechzigminütiges Programm mit Musik, perfektionistischer Exerzierkunst und Salutschüssen zur Verabschiedung des Polizeichores und der mitgereisten Fans.