Opernchor

Highlights des Kirchentags in Rödelheim

Abschlusskonzert zum Kirchentag unter musikalischer Leitung von Dominik Heinz

Unter der Überschrift „Gebete aus Opern“ stand das Abschlusskonzert zum Kirchentag, das in der brechend vollen Cyriakuskirche stattfand. In dem über zwei Stunden dauernden Konzert flog die Zeit nur so dahin. Dominik Heinz, der die musikalische Gesamtverantwortung trug, vollzog fliegende Wechsel zwischen Orgel und Klavier, moderierte mit flinker Zunge und begeisterte die Zuhörer mit seiner voluminös klingenden Baritonstimme. Ergreifend bot er die Gebetsarien männlicher Opernfiguren dar. Die Mezzosopranistin Simone Garnier sang die Gebetsarien weiblicher Opernfiguren. Ohne Anstrengung vermochte sie mit ihrer tragfähigen Stimme die Kirche zu erfüllen. Der zarte Glanz ihrer Stimme im Mezza Voce berührte die Herzen der Zuhörer. Ergänzt wurden die Gebetsarien durch beliebte Stücke der Kirchenmusik, die von dem Tenor Peter Fiolka vorgetragen wurden. Seine Stimme zeichnet sich aus durch einen schlanken Ton, Glanz in der Höhe und Kraft in den tiefen Lagen. Für die Instrumentalmusik sorgte das Duo Legrand, das Barockmusik einmal ganz anders präsentiert, nämlich in der Besetzung Elektrobass und E-Piano. Die russische Konzertpianistin Olga Linder, die im Duo Legrand den Klavierpart übernimmt, begleitete auch die Solisten bei Arien, die mit Pianobegleitung vorgetragen wurden. An der Orgel begleitete Dominik Heinz. Er hatte die Begleitstimmen der sich für Orgelklang am meisten eignenden Arien für dieses Instrument arrangiert. Dem Zuhörer boten sich somit neue Klangdimensionen, ein solches Repertoire mit Orgelbegleitung hatte zuvor sicher noch keiner gehört. Den chorischen Part in dem Konzert übernahmen die „Rödelheimer Neuner“. Es kamen die Chorwerke Missa in G und Pater Noster von Dominik Heinz zur Aufführung. Die Neuner sangen dynamisch und ausdrucksstark. Der chorische Klangkörper verschmolz zu einer Einheit auf der Dominik Heinz wie auf einem Instrument musizierte und alle Klangfarben von lyrisch bis majestätisch abrief. Spätestens als im Finale des Konzerts Dominik Heinz Beethovens „Die Himmel Rühmen“ dirigierte, hielt es die Zuschauer nicht mehr auf den Plätzen. Minutenlanger Beifall, Fußgetrampel und Standing Ovations begleiteten den Auszug des Chores und der Solisten.

Main-Nidda-Bote 21.6.2001